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Presseerklärung der IGUMED
anlässlich der Fachtagung von Umweltärzten in Kassel zum Thema:
"Gesundheitliche Risiken in der Müllverbrennung und deren Alternativen"
Auch anlässlich einer Fachtagung in Kassel haben Umweltärztinnen und -ärzte sich intensiv mit dem Thema: ,,Gesundheitliche Risiken in Müllverbrennung und deren Alternativen" befasst. Unter Berücksichtigung aller heute verfügbaren Erkenntnisse ist durch die Müllverbrennung mit unwägbaren Risiken für Mensch und Umwelt zu rechnen. Insbesondere empfindliche Bevölkerungsgruppen (Ungeborene, Säuglinge, Kinder und Schwangere) sind durch verhältnismässig hohe Schadstoffaufnahme, langfristigen Verbleib dieser Substanzen im menschlichen Körper und durch die Kombinationswirkung einer unbekannten Vielzahl verschiedener Stoffe und Stoffgemische, die bei der Müllverbrennung frei werden, besonders gefährdet. Aber nicht nur der Schadstoffausstoss in die Luft, sondern auch die verbleibende Müllschlacke enthält hohe Giftkonzentrationen, die durch weitere Verarbeitung (z.B. im Strassenbau) wieder in die Umwelt und dadurch auch zum Menschen gelangen können.
Es ist zu begrüssen und bedarf für die Zukunft weiterer Unterstützung, dass die Bürger sich in den letzten Jahren zunehmend an die getrennte Müllsammlung gewöhnt haben. Dadurch ist es gelungen, Sondermüllverbrennungsanlagen weitgehend überflüssig zu machen und auch den geplanten bundesweiten Ausbau von Müllverbrennungsanlagen zu stoppen.
Von den Politikern fordern wir mehr ökologische Weitsicht bei den Weichenstellungen für die künftige Müllentsorgung:
Die Massnahmen zur Müllvermeidung müssen intensiviert werden, auf umweltunverträgliche Produkte muss eine Sonderabgabe erhoben werden.
Recycling muss da gefördert werden, wo es mit umweltfreundlichen Technologien möglich ist.
Mehrwegverpackungen müssen die Regel, umweltschädliche Einmalverpackungen durch Sonderabgaben vom Markt verdrängt werden.
Der verbleibende Restmüll darf nicht verbrannt werden. Statt dessen kann durch das sogenannte Kryo-Verfahren ohne grössere Umweltbelastung der verbleibende Restmüll entsorgt werden. Wir fordern einen Aufschub aller Investitionen in geplante Müllverbrennungsanlagen bis zur bevorstehenden Markteinführung des neuen Kryo-Verfahrens, das nach allen bisherigen Informationen die für Mensch und Umwelt verträglichste Entsorgungsalternative darstellt.
Bad Säckingen, den 16.10.96
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