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Presseerklärung
Multiple Chemical Sensitivity (MCS):
Eine neue Krankheitsbezeichnung soll von der wahren Ursache ablenken!
Vom 21. - 23. Februar 1996 fand in Berlin ein internationaler Workshop zum Thema MCS statt. Im Beisein von Repräsentanten grosser chemischer Industrieunternehmen (Coca-Cola, BASF, Bayer) trafen sich in Berlin Vertreter amerikanischer, deutscher, schwedischer, britischer und kanadischer Behörden und Universitäten, um - gesponsert von der WHO - über das in vielen Ländern immer häufiger auftretende Krankheitsbild der multiplen chemischen Sensitivität zu diskutieren. Heraus kam dabei eine Presseerklärung, die im wesentlichen zwei Ergebnisse herausstellte:
Das in der Bevölkerung immer bekannter werdende MCS wurde umgetauft in idiopathic environmental intolerance (IEI) zu deutsch: idiopathische, ohne erkennbare Ursache entstandene umweltbezogene Unverträglichkeiten.
Ein ganzheitliches Verständnis des Patienten wurde eingeklagt mit Betonung auf das psychosoziale Umfeld und psychologisch psychatrische Therapieansätze als gängige Behandlungsmethoden.
Als Ärztinnen und Ärzte der Interdisziplinären Gesellschaft für Umweltmedizin verwahren wir uns auf das entschiedenste gegen die Umdefinition einer eindeutig durch Umwelteinflüsse verursachten Erkrankung in eine nicht erklärbare psychosoziale/psychatrische gefärbte Unverträglichkeit, deren Ursachen noch im Dunklen liegen.
Die klinische Erfahrung im Umgang mit vielen der betroffenen Patienten zeigt, dass multiple chemische Sensitivität sehr oft eine Folge anderer umweltbedingter Erkrankungen ist, die zu einer langjährigen, für das gesamte Leben des Patienten verhängnisvollen Leidensgeschichte werden kann und deren psychosoziale/psychatrische Auswirkungen stets die Folgen, jedoch nicht die Ursachen dieses schweren Krankheitsprozesses sind.
Aus ärztlicher Sicht drängt sich die Forderung auf, endlich die Auswirkungen unserer modernen industriellen Produktionsweise auf die Gesundheit der Menschen ernstzunehmen und nicht den Menschen wirtschaftlichen Prioritäten unterzuordnen. Das menschliche Immunsystem hält weitere Belastungen nicht mehr aus; daran ändert auch die neue, verschleiernde Namensgebung einr immer häufiger auftretenden Umweltkrankheit nichts!
Als Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin fordern wir ein gesellschaftspolitisches Umdenken, um weiteren gesundheilichen Schaden von unserer Bevölkerung abzuwenden.
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